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Mit dem Mietwagen durch Italien und der Führerschein

Mit dem Mietwagen durch Italien und der Führerschein

Eine Fahrt durch die Toskana, entlang der Amalfiküste oder rund um den Gardasee gehört für viele Deutsche zu den schönsten Urlaubsplänen überhaupt. Mit dem eigenen Auto oder einem Mietwagen ist man flexibel, entdeckt kleine Weingüter und hält dort, wo kein Reisebus hinkommt.

Damit die Reise entspannt bleibt, lohnt sich ein Blick auf die Formalitäten. Wer Führerschein, Versicherung und Verkehrsregeln vorher klärt, spart sich Ärger an der Mietwagentheke und bei Kontrollen.

Welcher Führerschein in Italien gilt

Ein in Deutschland oder einem anderen EU-Land ausgestellter Kartenführerschein wird in Italien ohne Einschränkung anerkannt. Für Urlauber aus der EU genügt also das Dokument, das ohnehin im Portemonnaie steckt. Wichtig ist nur, dass es gültig ist und nicht kurz vor dem Ablauf steht.

Anders sieht es bei Führerscheinen aus Ländern außerhalb der EU aus. Wer etwa mit einer Fahrerlaubnis aus der Türkei, der Ukraine oder einem arabischen Land in Deutschland lebt und nach Italien reist, braucht häufig einen internationalen Führerschein oder eine offizielle Übersetzung. Die Regeln hängen vom Ausstellungsland und von bilateralen Abkommen ab.

Der alte Papierführerschein

Viele Autofahrer besitzen noch den grauen oder rosa Papierführerschein. Grundsätzlich ist er weiterhin gültig, doch die Pflicht zum Umtausch läuft in Deutschland nach Geburtsjahrgängen gestaffelt. Bei Kontrollen im Ausland sorgt das alte Format manchmal für Rückfragen, weil Beamte es schlicht nicht kennen.

Wer ohnehin vor dem Umtausch steht, sollte ihn vor einer längeren Auslandsreise erledigen. Ein Kartenführerschein erleichtert die Abholung des Mietwagens und beendet Diskussionen am Straßenrand schnell.

Was Autovermieter verlangen

Die großen Vermieter am Flughafen in Pisa, Florenz oder Neapel prüfen den Führerschein genau. Viele verlangen, dass er seit mindestens einem Jahr besteht, manche sogar seit zwei oder drei Jahren. Fahrer unter 25 zahlen oft einen Aufschlag.

Zusätzlich wird eine Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers erwartet. Debitkarten werden nicht überall akzeptiert. Es lohnt sich, die Bedingungen schon bei der Buchung zu lesen, statt nach einem langen Flug vor verschlossenen Türen zu stehen.

Wann eine Übersetzung nötig wird

Kommt das Dokument aus einem Land außerhalb der EU und ist es nicht in lateinischer Schrift oder in einer gängigen Sprache verfasst, verlangen Vermieter und Behörden oft eine anerkannte Übersetzung. Das gilt ebenso, wenn jemand dauerhaft nach Italien zieht und den Führerschein dort umschreiben lassen möchte.

In solchen Fällen ist es sinnvoll, den Führerschein übersetzen lassen rechtzeitig vor der Abreise zu erledigen. Eine beglaubigte Fassung wird von Behörden deutlich eher akzeptiert als eine einfache Kopie mit handschriftlichen Notizen.

Gerade bei Fahrerlaubnissen aus Drittstaaten lohnt sich eine frühzeitige Klärung, welche Fassung die Vermietung vor Ort akzeptiert. Ein erfahrenes übersetzungsbüro kann die Unterlagen vor der Reise prüfen und eine anerkannte Übersetzung vorbereiten. So vermeiden Reisende Wartezeiten und unerwartete Zusatzkosten am Schalter. Die Abholung des Mietwagens bleibt dadurch planbar und entspannt.

Verkehrsregeln, die Urlauber überraschen

Die größte Falle heißt ZTL, Zona a Traffico Limitato. Viele historische Altstädte dürfen nur mit Genehmigung befahren werden. Kameras an den Einfahrten fotografieren jedes Kennzeichen, und die Strafzettel kommen Monate später per Post nach Hause, oft gleich mehrfach.

Auf Autobahnen gilt in Italien meist ein Tempolimit von 130 km/h, bei Regen weniger. Außerhalb geschlossener Ortschaften muss tagsüber mit Abblendlicht gefahren werden. Eine Warnweste gehört in jedes Auto und muss beim Aussteigen auf der Fahrbahn getragen werden.

Maut, Tanken und Parken

Die Autobahnen sind mautpflichtig. Am Eingang zieht man ein Ticket, am Ausgang wird bezahlt. Mit Karte geht das an den meisten Spuren problemlos. Wer häufig fährt, kann sich eine elektronische Mautbox überlegen.

Beim Parken helfen die Farben: Blaue Linien bedeuten gebührenpflichtig, weiße Linien meist kostenlos und gelbe Linien sind für Anwohner oder Menschen mit Behinderung reserviert. Tankstellen auf dem Land schließen mittags oft, dann bleibt nur der Automat.

Wenn doch etwas passiert

Bei einem Unfall wird in Italien die europäische Unfallmeldung genutzt, die Constatazione Amichevole. Das Formular liegt in jedem Mietwagen und entspricht dem deutschen Unfallbericht. Füllen Sie es ruhig aus und unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen.

Wichtige Hinweise zu Pannenhilfe, Versicherungsschutz und Verkehrsregeln im Ausland bietet der ADAC. Ein Blick auf die Länderinformationen vor der Abfahrt beantwortet viele Fragen, die sonst erst unterwegs auftauchen.

Dokumente richtig vorbereiten

Legen Sie eine kleine Mappe an: Führerschein, Personalausweis, Mietvertrag, Versicherungsnachweis und gegebenenfalls die Übersetzung. Fotografieren Sie alles und speichern Sie die Bilder offline auf dem Smartphone. So sind Sie auch ohne Netz handlungsfähig.

Wer genauer wissen möchte, wann eine Übersetzung wirklich verlangt wird und wie sie abläuft, findet im PoliLingua-Ratgeber zur Führerschein-Übersetzung eine verständliche Übersicht mit typischen Fällen.

Unterwegs mit Familie und Hund

Kinder unter 1,50 Meter brauchen in Italien einen passenden Kindersitz, genau wie in Deutschland. Mietwagenfirmen verleihen Sitze gegen Gebühr, allerdings nicht immer in gutem Zustand. Viele Familien bringen deshalb den eigenen Sitz im Flugzeug mit, was bei den meisten Airlines kostenlos ist.

Hunde dürfen mitreisen, müssen aber gesichert sein. Für die Einreise genügt der EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung. An heißen Tagen sollten Pausen im Schatten eingeplant werden, denn die Temperaturen im Inland steigen im Juli schnell über 35 Grad.

Die schönsten Strecken für den Anfang

Für eine erste Tour eignet sich die Strada del Chianti zwischen Florenz und Siena. Sie ist gut ausgebaut, führt durch Weinberge und kleine Orte wie Greve und Castellina. Wer mehr Meer möchte, fährt die Küstenstraße in Ligurien mit Stopps in Camogli und Sestri Levante.

Italien mit dem Auto zu entdecken ist ein Erlebnis, das lange nachwirkt. Mit gültigen Papieren, etwas Wissen über die Verkehrsregeln und einer guten Karte steht dem Sommer im Süden nichts im Weg.